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Buran OK-GLI

Das Buran-Programm ist das russische Gegenstück zum Space Shuttle und bedeutet „Schneesturm“. Das Buranprogramm insgesamt, hat nur einen einzigen Weltallflug (15.11.1988, unbemannt, 2 Erdumrundungen) erreicht und wurde nicht mehr rechtzeitig vor dem Ende der CCCP einsatzbereit. Danach fehlten die finanziellen Mittel um das weitgehend fertiggestellte Programm zu vollenden. Technisch sind Buran und Space Shuttle durchaus verschieden, während die äußerliche Ähnlichkeit mit dem Space Shuttle durchaus politisch motiviert war, – denn eigenlich wollten die Konstrukteure ein kleineres Trägerrumpfkonzept umsetzen. Die Buran unterstand ebenso wie das amerikanische Gegenstück einer militärischen Konzeption und verstand sich auch als Antwort auf amerikanische SDI-Pläne, bis hin zu Planungen als potentielle Waffenplattform. Die Kosten werden auf 14 Mrd. Rubel geschätzt und dürften damit, auf die sowjetische Ökonomie übersetzt, (bis zum dreifachen) höher gewesen sein, als die Kosten des ebenfalls sehr teuren Space Shuttle.

Das unten abgebildete OK-GLI (BTS-002) ist einer der Buran-Prototypen und steht in Speyer. Das OK-GLI Modell hat seinerseits nur 25 Testflüge zwischen 1985-1988 absolviert, hat dabei aber nie das All erreicht. Das Raumschiff konnte durch eigene Strahltriebwerke wie ein Flugzeug abheben. Es galt nach seiner Testreihe als abgenutzt und wurde eingemottet. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Raumschiff verkauft, strandete in Bahrain. Dort wurde ein 4 jähriger Eigentumsstreit ausgefochten, eine Partei versuchte sogar das Raumschiff zu entführen. Das Technikmuseum Speyer hat das Fahrzeug schließlich aus dieser Situation erlösen können und mit gewaltigem Aufwand nach Speyer geholt. Das Raumschiff steht seit 2008 in der Raumfahrthalle des Technikmuseums Speyer.

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