ISS + Venus

Heute habe ich mich an der ISS mit der Kombination Canon / 4 Zoll Maksutov versucht. Das Ergebnis ist noch etwas dürftig. Ich vermute, dass die beiden abstehenden Lichtzentren Solarsegel sind, welche die eigentliche Raumstation überstrahlen. Die Flugrichtung im Bild war von rechts nach links. Abhilfe könnte der Einsatz eines Filters bringen. Außerdem ist die Auflösung schwach, hier muss ich mal versuchen, ob eine Barlowlinse Erfolg zeigt. Allerdings bin ich bei der Barlowlinse etwas skeptisch, da die Bilder jetzt schon stark verwackelt waren. Mit einer Brennweitenverlängerung dürfte sich das Wackeln dramatisch erhöhen und man müsste sich vielleicht im voraus einen Punkt suchen, den die ISS quert, und das Teleskop selbst ruhen lassen. Die Canon war diesmal auf Filmaufnahme gestellt, das Bild ist hieraus ein Einzelbild. Das Teleskop wurde manuell hinterhergeführt.

iss

Dann habe ich noch ein Bild der Venus gemacht. Viel ist bei unserem Nachbarplaneten so nicht erkennbar. Nur dass sie nicht vollständig angestrahlt wird und etwas oval ausschaut. Der verbliebene, hell leuchtende Teil reicht aber, um bei der Nachbearbeitung der Bilder für Komplikationen zu sorgen, da man nicht so recht einschätzen kann, ob die Nachbelichtung nun schon ausreicht oder das Bild verfälscht. Hier muss demnächst auch der Filter nachhelfen.

venus

Mars + Jupiter

Leider hatte ich die TSSSI heute nacht zu hell eingestellt und die Bilder sind entsprechend wenig detailiert. Für die nächsten Nächte muss ich mir die Settings für Planetenfotografie mitnehmen um nicht herumprobieren zu müssen. Zumal Jupiter den Bildquerschnitt innerhalb von 15 Sekunden (ohne Nachführung) durchquert und in dieser Zeit die Settings live herausgefunden werden müssten.

Dafür hat die Kamera dann die 4 großen Monde des Jupiter angezeigt. Von Links nach Rechts: Ganymed, Europa, Io, Jupiter, Kallisto (rechts unten-außen). Das Bild ist aus zwei Bildern zusammengesetzt. Visuell war Jupiter wieder stark beeindruckend, und eigentlich brauche ich kaum andere Himmelskörper als Jupiter und Saturn. 😉

jupiter

Dann noch der ziemlich unscheinbare Mars. Zumindest lässt sich erkennen, dass der Mars nicht vollständig durch die Sonne angestrahlt wird und deswegen „abgeplattet“ erscheint. Das muss ich mal mit dem großen Teleskop bei einer Mars-Opposition wiederholen, derzeit (nahezu Konjunktion) erreicht der 4 Zoll Maksutov seine Grenze.

mars

ISS

Mal die ISS nahe am Himmelszenit fotografiert, wie sie in einer Höhe von ca. 400km und einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h von Frankfreich kommend entlang der Grenze Deutschlands, der Schweiz und Östereich ihren Weg Richtung Pazifik nimmt. Die Aufnahme entstand in der Dämmerung, dadurch wurde die Filmempfindlichkeit auf 6400 hochgestellt. Das wiederum verrauscht das Bild sichtbar. Die Magnitude lag bei -3.6.

Erschienen: WNW, 18.46 Uhr, -1,9mag
Kulmination: 18.52 Uhr, -3.6mag
Untergang: SE, 18.55Uhr, -1,4mag
Kamera: Canon 1100D, 18mm, ISO6400, 131sek Belichtung
Seeing: leicht bewölkt

iss

Momentan sind 6 Astronauten der Expeditionsmission 37 an Bord. Die Mission begann am 10.09.2013 und wird vorraussichtlich am 11.11.2013 beendet. Danach startet die Langzeitmission 38.

Terrestrische Beobachtung mit Skywatcher 102/1300mm Mak

Verschiedene Aufnahmen mit unterschiedlichen Brennweiten. Nr.1 kennzeichnet eine Kirche (Burgkirchen) in  500 m Entfernung. Nr.2 eine Kirche (Hirten) in 5800m  Entfernung und Nr.3 eine am Horizont kaum wahrnehmbare Kirchturmspitze in 15500m Entfernung (Engelsberg). Das erste Bild ist eine 18mm Aufnahme.

1_18mm

Das nächste Bild mit 55mm Brennweite.

2_100mm

Dann die 500 m entfernte Kircheturmspitze (Nr.1) mit einer Brennweite von 1300mm (Skywatcher Maksutov 102/1300mm). Bildbearbeitung: verkleinert.

3_kirche

Danach die Kirche in  5800m (Nr.2) mit 1300mm Brennweite (Skywatcher Maksutov 102/1300mm). Bildbearbeitung: verkleinert.

4_kirche

Dann die Kirche in Engelsberg (Nr.3) aus 15500m mit 1300mm Brennweite (Skywatcher Maksutov 102/1300mm). Bildbearbeitung: stärkerer Kontrast, geringere Vignettierung, verkleinert.

5_kirche

Zum Abschluss noch der Mond am Tageshimmel. 🙂

6_mond

TSSSI vs. Canon

Gestern abend bin ich der Erholung wegen an die frische Luft und habe mir eine Stunde den Sternenhimmel gegönnt. Das Seeing war schlecht, auch wenn der Himmel klar war. Die Luftunruhe war enorm und ist auf der Videoaufnahme des Mondes deutlich zu sehen. Zugleich begann ein heftiger Bodennebel aufzuziehen, der die Optik und den Computer mit Tauwasser einzudecken drohte. Herausgekommen ist ein gestacktes  Bild von Jupiter, aufgenommen mit einer modifizierten Webcam, sowie vergleichende Mondaufnahmen zwischen Webcam und Canon 1100D.

Jupiter: Das Bild ist eine Überlagerung von Einzelbildern eines Videos. Aufgenommen wurde das Video mit der Webcam TSSSI, sowie einem Maksutov 100/1300mm als Objektiv (mit UV-Filter). Man kann 6 Wolkenbänder erahnen. Die Monde sind auf solchen Videoaufnahmen, zumal ohne Nachführung, wegen der geringen Helligkeit nicht zu erkennen.

jupiter

Mondausschnitt. Das Bild ist unbearbeitet und ein Einzelbild aus einem Mondvideo. Die Luftunruhe ist bei solchen Videos sehr stark zu bemerken. Über den Mond wabern dann kleine unsichtbare „Bläschen“, die verschiedene Teile des Bildes vergrößern, schärfen oder verschwimmen lassen.

mond-a

Vergleichsweise dazu ein Bild der Canon 1100D unter den selben Bedingungen, mit dem Maksutov.

mond

Man bemerkt, dass der CCD-Chip (bei gleichen Bedingungen) der Canon bei Mond und Planeten überlegen ist. Allerdings ist die Nachbearbeitung auch völlig verschieden. Die CCD-Kamera liefert Videos, deren Bilder nach Qualität sortiert und überlagert werden können. Die schlechteren Bilder solcher Reihen sehen auch nicht besser aus als die der Canon. Die Canon dagegen kann zwar auch Videos aufnehmen, der wesentliche Einsatz sind jedoch langzeitbelichtete Einzelaufnahmen die seperat nachgeschärft oder z.B. nachbelichtet werden. Ohne Langzeitbelichtung sind scharfe Konturen von Nebeln und Galaxien nicht erkennbar. Bei meinem Test der Canon ohne Nachführung am Orionnebel kam ein verwaschener Milchfleck heraus, während der visuelle Eindruck deutlich kontrastreicher war.

Die Canon ist eher Spezialist für Stimmungsbilder und Deep-Skyaufnahmen, zumal die Canon einen größeren Bildausschnitt liefert. Echte Qualität kann man dem Gerät aber erst mit einer Nachführung und ggf. Autoguiding abgewinnen. Doch das ist auch bei CCD-Kameras nicht wesentlich anders. Übersetzt, echte Astrofotografie ist erst mit einer Plattform wie z.B. der EQ6 zu leisten.

Im übrigen ist die nicht gerade üppige Auflösung der obigen Aufnahmen der Wetterlage Nebel geschuldet, der verwaschene Mondrand ist mit Sicherheit nicht nur auf Geländeunebenheiten zurückzuführen. 😉